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Eine Zigarren richtig rauchen

DER ANSCHNITT
Nach der richtigen Wahl der Zigarre setzt sich die Freuden des Zigarrenrauchens mit dem Anschneiden der Zigarre fort. Alle handgemachten Zigarren müssen an ihrem geschlossenen Ende, dem Kopf, geöffnet werden. Viele Kubaner und Spanier beißen den Kopf einfach auf. Davon kann man nur abraten, da die Gefahr, dabei das Deckblatt zu zerreißen, zu groß ist. Wie Sie das praktizieren, bleibt Ihnen überlassen. Dieser Schnitt sollte sauber und gleichmäßig sein, denn er ist Voraussetzung dafür, daß die Zigarre richtig zieht. Hierfür gibt es zahlreiche technische Vorrichtungen, von den einfachen Taschen-Guillotinen (mit einfacher oder doppelter Schneide) bis zu extravaganten, teilweise schwierig zu handhabenden Zigarrenscheren. Genausogut können Sie allerdings auch ein weniger erhabenes, aber scharfes Taschenmesser verwenden. Egal was immer Sie verwenden - es muß auf alle Fälle scharf sein. Man sollte niemals den ganzen Kopf oder sogar mehr entfernen, denn so ruiniert man das Deckblatt.

DIE BAUCHBINDEN
Soll man sie vor dem Anzünden entfernen? Eine Frage ohne Belange. Entscheidet man sich dafür, die Bauchbinde zu entfernen, ist zu beachten, daß selbst ein geschmeidiges Deckblatt beim herunterziehen Schaden nehmen kann. Die Bauchbinde war 1844 ursprünglich zu dem Zweck eingeführt worden, die Hersteller gegen Fälschungen und die weißen Handschuhe der Dandys zu schützen.

DAS ANZÜNDEN
Das Anzünden einer Zigarre ist ein feierlicher Akt von höchster Bedeutung. Richtig macht man es, wenn die Flamme niemals die Zigarre berührt. Zum Anzünden einer Zigarre kann man Streichhölzer oder ein Gasfeuerzeug verwenden (niemals ein Benzinfeuerzeug, denn es verdirbt das Aroma). Die Art und Weise, wie Sie eine Zigarre anzünden, beeinflußt ihren Geschmack und wie sie abbrennt. Man sollte sich daher Zeit lassen.Man hält die Zigarre in einem Winkel von 45 Grad über der Flamme in der Hand. Drehen Sie die Zigarre langsam, bis die gesamte Fläche des Endes gleichmäßig Asche zeigt. Wenn Sie sehen, daß kleine Rauchschwaden in die Höhe steigen, führen Sie die Zigarre an die Lippen, ziehen ruhig und leicht, wobei Sie sie direkt über der Spitze der Flamme drehen. Nun sollte das Ende in Brand sein. Überprüfen Sie nun, ob der Brand gleichmäßig ist, sonst brennt die Zigarre auf einer Seite schneller. Sobald die Zigarre gut entzündet ist, wird der erste lange Zug den meisten Geschmack aufweisen und sehr befriedigend sein. Genießen Sie ihn. Das Genießen eine Zigarre wird oft mit dem Genuß eines guten Weines verglichen. Kenner sprechen oft vom “Schlürfen" des Raucharomas. Die Analogie paßt, denn der Genuß der Komplexität und der unerwarteten Kombination von Aromen im Zigarrenrauch läßt sich vergleichen mit dem Genuß eines exzellenten Weines. Selbstverständlich bedarf es dieser Wertschätzung Erfahrung und einiger Übung.

DER GENUSS

Am besten schmecken Zigarren, wenn sie langsam geraucht werden. Man sollte nicht zu oft ziehen oder gar paffen, da die Zigarre sonst überhitzt, was einen bitteren Geschmack erzeugt. Inhalieren Sie niemals den Rauch. Behalten Sie den Rauch einfach einen köstlichen Augenblick lang im Mund, stoßen Sie ihn wieder aus und beobachten Sie, wie er in die Luft steigt. Genießen Sie den nussigen, würzigen, holzigen, ein wenig erdigen, starken oder leichten Geschmack des Rauches. Dieses Gefühl, der Geschmack einer guten Zigarre, läßt sich nicht in Worte fassen. Eine verständnisvoll gerauchte Zigarre bietet in der Regel ein Vergnügen von 45 Minuten oder länger. Der Geschmack wandelt sich, während die Zigarre an Länge abnimmt. Mit der Zeit wird der Rauch stärker, und meist verändert sich der Geschmack, wenn es dem Ende zugeht, nicht zum Besseren. Zu diesem Zeitpunkt ist es wohl besser, das Rauchen zu beenden. Ein erfahrener Raucher erkennt, wann die Substanz einer Zigarre aufgebraucht ist und legt sie befriedigt beiseite.

DAS WIEDERANZÜNDEN

Kein Problem! Natürlich wärmt man eine drei Tage alte Zigarre nicht wieder an, doch der gute Geschmack hindert uns nicht daran, eine Zigarre, die wir aus Unaufmerksamkeit haben ausgehen lassen, wieder zum Leben zu erwecken. Allerdings sollte man das Zigarrenende mit Hilfe eines Streichholzes glätten.

DIE ASCHE

Im Gegensatz zu einem weit verbreiteten Vorurteil, das der Asche eine Verbesserung des Zigarrenbrands unterstelle, ist sie zu nichts nutze. Es ist angebracht, sie mit einer leichten Neigung der Zigarre in den Aschenbecher zu befördern.

DAS AUSMACHEN

Eine Zigarre verbrennt nicht vollständig und muß nicht wie eine Zigarette ausgedrückt werden. Ist das letzte Drittel erreicht, legen Sie sie in den Aschenbecher wo sie nach kurzer Zeit ausgehen wird. Sie auszudrücken wäre ungerecht. Eine gute Zigarre ist in erster Linie ”Rauch”. Danach sollten Sie die Überreste der Zigarre bald entfernen, da diese nur einen unangenehmen und schalen Geruch verbreiten.

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