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Der Tabak-Käfer

Er isst wie ein Schwein, vermehrt sich wie ein Kaninchen, lebt schnell und stirbt jung. Er verehrt den Tabak und die Wärme. Er ist überall. Er ist der Lasioderma, besser bekannt als der Tabakkäfer, und er liebt nichts mehr als in einem Humidor zu brüten und ein Festmahl an unseren Zigarren abzuhalten.

Nicht größer als ein Stecknadelkopf, macht dieser Käfer die Zigarrenfreunde auf der ganzen Welt verrückt. Eine Generation der kfer klNachkommen kann ein beträchtlichen Teil des Warenbestandes eines Tabak-Produzenten vernichten. Oder das Ansehen eines Verkäufers zerstören. Oder auch nur den Humidor zu Hause heimsuchen. Aber keine Panik, wenn man das nächste Mal nach einer Zigarre greift, und ein widerliches, kleines Loch im Umblatt entdecken wo ein kleiner Käfer rein- oder rauskrabbelt. Obwohl ein Lasioderma-Befall ein Thema für Produzenten, Verkäufer und Kunden gleichermaßen ist, kann er kontrolliert werden.

"Wenn man ihn sieht, hat er normalerweise sein Werk bereits getan", sagt Gayle Ridge-O´Connor, ein Assistent der Insektenkunde, an der New Haven- basierenden Connecticut Agricultural Experimental Station, welche das Verhaltensmuster von Insekten bereits seit über 125 Jahren studiert. "Aber man kann ihn töten und Vorkehrungen gegen sein Wiederkommen treffen". Doch, bevor wir dazu kommen, zuerst noch eine Lehrstunden. Mit den Worten von Sun Tzu, einem antiken Chinesischen Kriegsgeneral und Philosoph, "man kann einen Feind nicht besiegen, wenn man ihn nicht versteht".

DIE BIOLOGIE EINES KÄFERS

Bei den Insektenkundlern als ´kosmopolitisches´ Insekt bekannt, kommt der Tabakkäfer praktisch überall auf der Welt vor, allerdings nur wenn larfe die Umgebung eine Temperatur von über 20 Grad Celsius hat. Dann wird er zwei bis drei Millimeter lang. Sie haben Flügel und können fliegen, leben aber nur zwei bis vier Wochen. Sie sind bräunlich-rot, haben Fühler zum fühlen und schmecken damit finden sie zu ihrer warmen Heimat, wo sie Nester bauen und brüten. Wie viele andere Käfer und Insekten grundsätzlich, so besteht auch bei den Tabakkäfer der Lebenszyklus aus den vier Stadien: Ei, Larve, Puppe, Käfer. Dieser Vorgang dauert zwischen zehn und zwölf Wochen. Der weibliche Käfer versucht einen Weg durch Papier und Tabakblätter zu fressen und findet dann in Zigarren eine angenehm warme Umgebung um seine Eier abzulegen, kleine weiße Ovale, die zu klein sind um sie mit bloßem Auge entdecken zu können. Aus den Eier, bis zu einhundert pro Eiablage, schlüpfen nach circa zehn Tagen die Larven. Die Larve ist die größte Gefahr für den Tabak, denn sie ist es die den Tabak frisst. Sie brauchen Tabak oder anderes Futter in einer angenehmen Temperatur um sich zu verpuppen und dann zu einem Käfer zu werden. Weiß, weich und stachelig. Die Larven werden bis zu vier Millimeter lang. Das Larvenstadium ist die am Längsten dauernde Phase des Käferlebens mit sechs bis zehn Wochen. Darauf folgt ein ein- bis zweiwöchiges Puppenstadium die der künftige Käfer in einem schützenden Puppenkokon verbringt. Abschließend, mehr als zwei Monate nach Eiablage, schlüpft der voll ausgebildete Käfer.

Eine allgemeine Sage bezüglich Tabakkäfer besagt, das sie ausschließlich von Tabak leben. Das stimmt nicht. Sie gehen genauso gerne auch auf andere Pflanzen und Futterprodukte wenn der Temperaturbereich stimmt (über 20 Grad Celsius). Tabakkäfer suchen ebenfalls gelagerte Produkte, essbare ebenso wie nicht-essbare, einschließlich Gewürze (wie z.b. Paprika und Koriander), Reis, trockenes Tierfutter, Saaten, pharmazeutische Produkte, Bücher, Leder, Kaffeebohnen, Möbel, Polster, Erdnüsse und Hefe heim.

SEINE BEKÄMFUNG

Wie oben schon erwähnt "Wenn man ihn sieht, hat er normalerweise sein Werk bereits getan". Doch was sollte man nun mit den Zigarren machen. kfer grUnter Umständen können je nach Aufenthaltsdauer des Käfers im Humidor doch schon beträchtliche Schäden entstehen. Ich weiß wovon ich rede, da ich vor einem Jahr einen Käfer als Untermieter in meinem Humidor hatte. Er hat mir damals 16 der schönsten Cubaner vernichtet. Als erstes sollte man die Ruhe bewahren. Dann die Zigarren einer Sichtkontrolle unterziehen. Zigarren die eindeutig befallen sind erkennt man an den Löchern, sollte man auf jeden Fall entsorgen. Aber aufpassen, die Hälfte meiner Zigarren hatten die Löcher unter der Banderole. Man sollte sie also sehr sorgfältig inspizieren. Um der Gefahr aus dem Wege zu gehen, das die anderen Zigarren ebenfalls nach kurzer Zeit vom Käfer befallen werden, kann man sie speziell behandeln. Logischerweise sollte und kann man keine Chemie verwenden. Aber was tun. Bei Zigarren bietet sich nun eine ganz einfache Methode gerade zu an, nämlich die Kältebehandlung. Am besten die Zigarren, so habe ich es gemacht, in einen Tiefkühlbeutel packen, gut verschließen, dann ab für 4-5 Tage bei -18° in die Kühltruhe. Nach dem herausnehmen aus dem Kälteschlaf, muss man sie wieder langsam auftauen. Das heißt für mehrere Tage in den Kühlschrank. Nur so lässt es sich verhindern, dass die Deckblätter reißen. In der Zwischenzeit den Humidor sorgfältig auswaschen (dest. Wasser) und ihn dann ebenfalls für 4-5 Tage in die Tiefkühlung stellen. Nach dieser Vorgehensweise wird es anschließend keine Käfer mehr geben.

Einen Effekt zieht diese ganze Aktion dann schon nach sich. Man wird seinen Humidor mit regelmäßigen Inspektionen zu Leibe rücken, um so einen Alptraum nicht wieder zu Erleben. Deshalb muss und soll man seinen Humidor in regelmäßig Abständen überprüfen, besonders wenn man Zigarren aus Spanien bekommen hat.

 

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